Ich habe meine Website "Wie-durchs-Kaleidoskop" getauft, weil ich üben möchte, die Welt immer mehr wie durchs Kaleidoskop zu betrachten. Ein Kaleidoskop ist ein kleines Wunder. Du drehst das Ding, schaust durch, und siehst immer wieder neue, einzigartige, bunte Muster. Es ist etwas zum Staunen. Und so möchte ich die Welt, mich selbst und andere Menschen wieder üben, zu sehen. Ein Kaleidoskop beinhaltet aber auch ganz viele kleine Geheimnisse. Das sind die vielen kleinen bunten Fragmente. Wie die Scherben eines jeden unseren Lebens. Manchmal verletzt man sich an diesen Scherben, andere Male können sie in bunten Farben schimmern und das Leben bereichern. Wir können zumindest über die Zeit hinweg daran mitarbeiten, dass wir unsere Scherben irgendwann zu Fragmenten eines Mosaiks machen. Sodass sie zwar immer noch Brüchigkeiten enthalten, wir aber auch Schönes aus ihnen gemacht haben, womit wir andere bereichern dürfen.

Mit der Zeit und so manchem Schicksalsschlag (ich erkrankte mehrfach an psychotischen Episoden) schlich sich bei mir ein bisschen der Gedanke ein, dass die Welt es nicht wert sei, als Wunder betrachtet zu werden. Manches in meinem Leben ist einfach sehr schwer und kompliziert. Das hat und hatte auch oft mal nichts mit mit zu tun, sondern mit negativen Erlebnissen, an welchen auch andere Menschen mitwirkten.

Andererseits ist in meinem Leben viel Bedeutung  und Fülle für mich spürbar. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass ich Autismus habe und somit sehr intensiv spüre. Für mich ist Licht oft zu hell, Geräusche zu intensiv und fremde sowie eigene Emotionen überfluten mich nicht selten. Aber auch Freudvolles empfinde ich sehr stark. Ich bin noch dabei herauszufinden, ob diese meine Entdeckung, dass ich autistisch bin - ich kam erst mit 32 drauf - weitere psychotische Episoden verhindern wird. Es gibt eine gute Chance dafür, aber das wird erst die Zukunft zeigen.

Ich bin aber nicht "nur" autistisch, ich bin so Vieles Verschiedene - wie jeder Mensch. In meinem Blog nehme ich mir vor, Dinge facettenreich zu betrachten und zu teilen. Aber auch Begriffe zu beleuchten, die viele nicht gut genug kennen und die stark stigmatisiert sind. Ich werde mich hier meistens auf (hochfunktionalen) Autismus beschränken, vielleicht in Zukunft auch etwas auf AD(H)S. Über hochfunktionalen Autismus wissen die meisten Menschen wenig bis nichts, umso weniger bei Frauen. Dieses Unwissen mehrt das Leid sehr stark.  Selbstverständlich möchte ich mich auch mitteilen und über manche meiner Herausforderungen und Andersartigkeiten aufklären.  Es ist mir ein essentielles Anliegen, zu erwähnen, dass ich natürlich nur meine Perspektive schildere und jeder Autist sich stark vom anderen unterscheidet, genauso wie bei den übrigen Menschen. Den Prototypen gibt es glücklicherweise nicht - wir sind alle Einzelstücke.

Und zu guter Letzt ist es mir ein Anliegen - ihr seht oben einige Facetten meines Kaleidoskops - dass ihr mich auch anschreiben könnt, wenn ihr zu einem bestimmten Thema etwas von mir lesen wollen würdet.

In meiner detektivischen Suche nach den Wurzeln meiner Andersartigkeiten und Probleme stieß ich ja auf Autismus und ADHS- dazu und auch zu Psychosen und Hochsensibilität werde ich einige Bücher/weitere Links als Empfehlungen vorschlagen, die es meiner Meinung nach wert sind, gelesen zu werden.